Umbenennungsfest der M*straße 2016

Am 23. August 2016, dem Internationalen Tag zur Erinnerung an den Handel mit Versklavten und an seine Abschaffung, veranstalten wir in Berlin-Mitte das III. Fest zur Umbenennung der Berliner M*straße.

Die Verbände der afrikanischen/Schwarzen Community und solidarische
Vereine fordern seit Jahren, dass der Straßenname mit der diskriminierenden Fremdbezeichnung für Schwarze Menschen verschwindet. Er geht auf Brandenburg-Preußens totgeschwiegenen Handel mit versklavten Afrikaner_innen um 1700 und auf die Verschleppung minderjähriger Schwarzer zum Dienst am Berliner Hof zurück. Die Bezeichnung ist eng mit der rassistischen Darstellung Schwarzer Menschen in Europa und Deutschland verbunden. Exemplarisch steht dafür die kolonialnostalgische Figur des servilen „Sarotti-M.“, deren Erfinder ihren ersten Firmensitz in der Straße hatten.

Mit unserem vorweggenommenen Umbenennungsfest setzen wir uns dafür ein,
dass die Straße in Zukunft eine Persönlichkeit des afrikanischen Widerstands gegen Kolonialismus und Rassismus – wie zum Beispiel Anton Wilhelm Amo – ehrt. Der geschichtliche Zusammenhang des jetzigen Straßennamens soll bei dieser Perspektivumkehr erhalten bleiben. Die überfällige Umbenennung muss im Stadtraum und im gleichnamigen U-Bahnhof ausführlich erklärt und historisch kontextualisiert werden.

Berlin-Brandenburgs Deportation von fast 20 000 Kindern, Frauen und Männern in die amerikanische Plantagensklaverei sowie die Entführung so genannter „Hof- und Kammer-M.“ nach Berlin dürfen nicht länger verschwiegen werden: Die Beibehaltung des Straßennamens gegen den erklärten Willen der Bezeichneten ist nicht hinnehmbar und setzt die Diskriminierung Schwarzer Menschen fort!

Wir wollen am Internationalen Tag zur Erinnerung an den Versklavungshandel und an seine Abschaffung auch der hier ignorierten Schwarzen Revolution von Haiti vor 325 Jahren gedenken, die am 23. August 1791 begann und maßgeblich zur Abschaffung des Versklavungshandels beitrug.

3. Umbenennungsfest für die M*straße
23. August 2016
17 Uhr
U-Bahnhof „Mohrenstraße“

Veranstalter: AfricAvenir International | Afrika-Rat Berlin-Brandenburg | Amnesty International | Berliner Entwicklungspolitischer Ratschlag | Berlin Postkolonial | Initiative Schwarze Menschen in Deutschland | Zentralrat der Afrikansichen Gemeinde in Deutschland 

Eine Veranstaltung im Rahmen der International Decade for People of African Descent

Dank: Referent_innenrat der HU Berlin, Stiftung Nord-Süd-Brücken, Berliner Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit , Engagement Global im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusamenarbeit und Entwicklung

* gemeint ist die kolonialrassistische „Mohrenstraße“