Refugee Protest – #Ohlauer

Zum Hintergrund:

„Nach dem Selbstmord eines Geflüchteten in einem Lager in Würzburg organisierten sich 2012 Menschen und marschierten geschlossen nach Berlin. Sie protestierten gegen zwangsweise Unterbringung in Lagern, Entmündigung und Abschiebung. Auf dem Oranienplatz in Kreuzberg haben sie ein Protestcamp errichtet. Ein anderer Ort, der damals von den Menschen als selbstorganisiertes Zentrum erkämpft wurde, war die leerstehende Gerhart-Hauptmann-Schule.

Während Politik und Verwaltung damit beschäftigt sind Geflüchtete für diverse Missstände verantwortlich zu machen und der Bezirk Prozesse führt, suchten die Bewohner der Schule den Kontakt zu den Menschen im Kiez: Sie organisierten Deutschkurse, unterstützten sich und andere bei Behördengängen, Arztbesuchen und leisteten Übersetzungsarbeit, halfen anderen Geflüchteten Beratungsstellen zu finden.

Sie organisieren Essensstände auf Straßenfesten und mit der Initiative Willkommen konkret. Sie arbeiten an der Gründung eines Vereins zur Beschaffung von Mitteln für Geflüchtete, dokumentieren Fluchtgeschichten und leisteten ehrenamtliche Arbeit in der Technik beim Community Theater Expedition Metropolis e.V. oder in der Unterstützung kultureller Angebote für Kinder und Jugendliche bei Koduku e.V. und in einer Unterkunft in Reinickendorf.

Sie absolvierten verschiedene Praktika bei z.B. Vattenfall, einer Landschaftsgärtnerei, bei Kotti e.V. und einer Dachdeckerfirma. Sie verhandelten mit der Ausländerbehörde um die Erlaubnis eine Ausbildung zu beginnen, sammelten Spenden für Fahrtkosten, Anwaltskosten, Medikamente und Essen und planten das International Refugee Center, um die Schule als öffentlichen Ort zu nutzen.

Die Bewohner der Schule sind Teil des Kiezes trotz Absperrungen, Aufenthaltsbeschränkungen, Arbeitsverboten und fehlender Existenzsicherung. Es geht darum diese Nachbarschaft zu verbessern, anstatt sie zu zerstören.“

– Nachbarschaftsinitiative Ohlauer Strasse

Mehr Infos unter oplatz.net